Newsletter-Archiv: Weinbau- und Rebschutzhinweise

 

WG: Rebschutzhinweis vom 30.04.2014


vom: 2014-04-30 13:40:46


Überregionale Mitteilung Nr. 1 vom Mittwoch, 30. April 2014

 

Das Wichtigste in Kürze:

·         Primärinfektionen durch Rebenperonospora waren und sind weiterhin möglich; bitte erste Ölflecken melden!

·         Oidium beachten! Bitte Zeigertriebe und erste Symptome melden

·         Falterflug des Einbindigen Traubenwicklers und Bekreuzten Traubenwicklers kontrollieren

 

Stand der Entwicklung und Witterungsverlauf

 

Die warmen Temperaturen Anfang April haben zu einem sehr frühen Austrieb der Reben geführt. Allerdings ist der Austrieb aufgrund der kühlen Nächte sehr unterschiedlich. Derzeit befinden sich die Reben zwischen dem 2- und 4-Blattstadium. Die Entwicklung der Reben zeigt auch in diesem Jahr sehr große Unterschiede hinsichtlich des Gebietes, der Lage und der Rebsorte; selbst innerhalb einer Rebfläche sind unterschiedlichste Stadien zu beobachten.

 

Primärinfektionen durch Rebenperonospora: Erste Bedingungen für Primärinfektionen (Bodeninfektionen) durch die Rebenperonospora waren zwischen 24. und 26. April in Gebieten mit ausreichenden, mehrtägigen Niederschlägen möglich; zum Beispiel im Markgräflerland. Ein großflächiges Infektionsrisiko war aufgrund der geringen Blattfläche und der vorausgegangenen langen Trockenperiode noch gering. Bei den nächsten anhaltenden Niederschlägen ist mit weiteren Primärinfektionen zu rechnen. Daher sind in den nächsten Tagen die lokalen Hinweise der zuständigen Weinbauberater zu beachten.

Bei dem Echten Mehltau (Oidium) sind derzeit nur die letztjährigen Befallslagen (früher Blatt- und Traubenbefall in 2013) stark gefährdet.

Traubenwickler: Bereits Anfang April hat der Flug des Einbindigen Traubenwicklers eingesetzt. Derzeit sind die Fangzahlen anhaltend und lagenweise sehr hoch. Eiablage ist in nicht pheromonbehandelten Rebflächen letzte Woche festgestellt worden. Der Bekreuzte Traubenwickler fliegt ebenfalls seit Beginn des Monats. Hier werden bislang niedere bis mittlere Fangzahlen registriert.   

 

 

 

Hinweise zum Rebschutz

1.     Rebenperonospora: Die vorhergesagten Niederschläge werden das Infektionsrisiko für weitere Primärinfektionen erhöhen. Die erste Anwendung eines Fungizids wurde bereits rechtzeitig durch die Hinweise der örtlichen Weinbauberatung bekannt gegeben. Derzeit ist der Einsatz von vorbeugenden Präparaten wie z.B. Delan WG, Dithane NeoTec, Folpan 80 WDG, Polyram WG sinnvoll. Bitte beachten Sie auch die Peronospora-Prognose VitiMeteo Rebenperonospora des Staatlichen Weinbauinstituts (www.vitimeteo.de).

2.     Echter Mehltau (Oidium): Eine vorbeugende Behandlung kann zusammen mit der anstehenden Behandlung gegen Rebenperonospora durchgeführt werden. Diese Behandlung sollte auf jeden Fall dort erfolgen, wo im letzten Jahr der Echte Mehltau verstärkt aufgetreten ist. Momentan ist die Anwendung von Netzschwefel 3,6 kg/ha empfehlenswert.

3.     Schwarzfleckenkrankheit (Phomopsis): Bei den anstehenden Behandlungen gegen Rebenperonospora wird die Schwarzfleckenkrankheit vorbeugend miterfasst.

4.     Traubenwickler: Das Auftreten des Einbindigen Traubenwicklers und des Bekreuzten Traubenwicklers ist regional, aber auch lokal, sehr unterschiedlich. Empfehlungen zur Traubenwicklerbekämpfung erhalten Sie von Ihrem zuständigen Weinbauberater.

 

Bitte beachten Sie generell die Hinweise der örtlichen Weinbauberatung und die Informationen zu den Prognosemodellen und Wetterdaten unter www.vitimeteo.de.

 

Wichtige Hinweise

·         Der Wasseraufwand beträgt zurzeit im Spritzverfahren 400 l/ha= Basisaufwand x 1 (Mittelaufwand); auf eine gute Benetzung aller Rebteile ist zu achten!

·         Ölhaltige Präparate sind nur bedingt mit anderen Mitteln mischbar.

·         Herbizide dürfen nur innerhalb der Rebflächen, nach Möglichkeit nur unter Stock, ausgebracht werden. Auf keinen Fall dürfen Wegränder, Randflächen zu Böschungen, Graswege und Wasserrinnen behandelt werden.

·         Gebrauchsanleitungen und Bienenschutz-Verordnung beachten!

·         Beim Ansetzen der Spritzflüssigkeit ist darauf zu achten, dass kein unverdünntes Mittel verschüttet wird und keine Spritzflüssigkeit in die Kanalisation gelangt. Ebenfalls darf während der Fahrt auf keinen Fall Spritzflüssigkeit aus undichten Leitungen und Düsen sowie aus dem Füllstutzen austreten. Beim Queren von befestigten Wegen während des Spritzvorgangs muss das Spritzgerät abgeschaltet werden.

·         Zu angrenzenden Gärten, Wohngebieten, Sportplätzen, Freizeiteinrichtungen, Schulen und Kindergärten sowie weiteren Flächen, auf denen sich Personen aufhalten, ist immer ein Mindestabstand von 3 m einzuhalten.

 

Die gesamte Liste der im Weinbau zugelassenen Pflanzenschutzmittel finden Sie in der Broschüre Rebschutz 2014, Badischer Winzer Märzausgabe. Für Tafeltrauben oder wenn Keltertrauben als Tafeltrauben vermarktet werden sollen, gelten andere Zulassungsbedingungen. Bitte beachten Sie die Gebrauchsanweisungen der Pflanzenschutzmittel bzw. informieren Sie sich, welche für Tafeltrauben zugelassen sind. Siehe:

http://www.lel-bw.de/pb/MLR.WBI,Lde/Startseite/Aufgaben+_+Fachbereiche/Rebschutzhinweise

 

 

Informationen zum ökologischen Rebschutz erhalten Mitglieder des Beratungsdienstes Ökologischer Weinbau:

Erreichbar unter Tel: 0761/40165-989, Email: boew@wbi.bwl.de (Matthias Wolff, Johannes Hügle)

 

Regionale Hinweise erhalten Sie von den Anrufbeantwortern der örtlich zuständigen Weinbauberater: Bereich Tauberfranken 01805 197 197 11, Bereich Kraichgau-Bergstraße 01805 197 197 15, Bereich nördliche Ortenau 01805 197 197 16, Bereich südliche Ortenau u. nördlicher Breisgau 01805 197 197 17, Bereich südlicher Breisgau 01805 197 197 18, Bereich Kaiserstuhl 01805 197 197 19, Bereich Tuniberg 01805 197 197 20, Bereich Markgräflerland 01805 197 197 21, Bereich Bodensee 01805 197 197 22 (Vorwahl 01805 - aus dem Festnetz/Telekom: 12 Cent pro Minute).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Merzhauser Str. 119 · 79100 Freiburg ·
Telefon +49 (761) 40165-0 · Telefax +49 (761) 40165-70· poststelle@wbi.bwl.de

 

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