Newsletter-Archiv: Weinbau- und Rebschutzhinweise

 

Überregionale Hinweise zum Rebschutz vom 11.04.2017


vom: 2017-04-11 18:05:38


 

Kurzinfo…

  • Phänologie: BBCH 09 - 11
  • Schwarzfleckenkrankheit: In Befallslagen sind Symptome der Krankheit auf einjährigem Holz erkennbar
  • Traubenwickler: Flug beider Arten hat begonnen
  • Auf Frühjahrsschädlinge achten
  • Maikäfer: Flug der Maikäfer am Kaiserstuhl hat begonnen

Stand der Entwicklung
Die Witterung in den letzten Tagen hat zu einem deutlichen Fortschritt in der Vegetationsentwicklung geführt. Zurzeit dürfte die Rebentwicklung etwa 2 Wochen vor dem langjährigen Mittel liegen.

 

Schwarzfleckenkrankheit
Die ersten Symptome des pilzlichen Erregers der Schwarzfleckenkrankheit (Phomopsis viticola) sind noch vor dem Austrieb der Knospen auf dem einjährigen Holz gut erkennbar. Die Borke der befallen Ruten bleichen zunehmend aus und lassen die dunklen Sporenlager deutlicher hervortreten. Zusätzlich kann es zum Aufreißen der Borke kommen. Eine Behandlung ist allerdings nur bei starkem Befall, der sich durch eine Ausbreitung der ausgebleichten Stellen des Holzes über das erste Auge hinaus auszeichnet, notwendig. In Befallslagen sollten Behandlungen gegen Phomopsis allerdings erst dann erfolgen, wenn das erste Grün des Austriebs sichtbar ist. Vor angekündigter, regnerischer Witterung ist eine Behandlung sinnvoll.

 

Traubenwickler
Der Flug vom Einbindigen Traubenwickler und Bekreuzten Traubenwickler hat über das letzte Wochenende begonnen. Die Pheromonverfahren sollten nun mit Dispensern versehen sein. Auch die Kontrollfallen in und außerhalb der Pheromongebiete sollten aufgehängt und kontrolliert werden. Die aktuellen Fangzahlen können in VitiMeteo-Monitoring verfolgt werden: http://www.vitimeteo.de

 

Knospenschädlinge
Rhombenspanner können tagsüber abgesammelt werden. Erdraupen dagegen halten sich am Tage versteckt am Boden auf, fressen nachts die Knospen aus und können somit nur durch nächtliches Absammeln dezimiert werden.

 

Feldmaikäfer
Am Kaiserstuhl fliegen die ersten Maikäfer. Es handelt sich dabei um einen sognannten „Zwischenflug“ oder „Nebenflug“. Nach den Grabungsergebnissen wird dieser in den meisten Gemarkungen eher gering ausfallen. Daher ist der Einsatz eines Hubschraubers sowie die Behandlung von Böschungsbereichen durch Bodentrupps nicht vorgesehen.

Sollten Käfer an den austreibenden Reben fressen, kann gezielt das Präparat NeemAzal-TS eingesetzt werden. Dieses Produkt wirkt fraßabschreckend und verhindert die Eireifung bei den Käferweibchen. Die Aufwandmenge beträgt 3 l/ha mit einem Wasseraufwand von 400-800 l/ha im Spritzverfahren.

Offener Boden oder eine hohe Begrünung zur Flugzeit ist für die Eiablage der Weibchen weniger attraktiv. Mit dieser einfachen Maßnahme können Schäden durch Engerlinge vermindert werden.

 

Bitte beachten Sie generell die Hinweise der örtlichen Weinbauberatung und die Informationen zu den Prognosemodellen und Wetterdaten unter www.vitimeteo.de.

Die gesamte Liste der im Weinbau zugelassenen Pflanzenschutzmittel finden Sie in der Broschüre Rebschutz 2017, Badischer Winzer Märzausgabe.

 Für Tafeltrauben oder wenn Keltertrauben als Tafeltrauben vermarktet werden sollen, gelten andere Zulassungsbedingungen. Bitte beachten Sie die Gebrauchsanweisungen der Pflanzenschutzmittel bzw. informieren sich, welche speziell für Tafeltrauben zugelassen sind. Siehe:

http://www.wbi-bw.de/pb/,Lde/Startseite/Fachinfo/Rebschutzinweise

 Informationen zum ökologischen Rebschutz erhalten Mitglieder des Beratungsdienstes Ökologischer Weinbau unter 0761/40165-989, E-Mail: boew@wbi.bwl.de (Matthias Wolff, Johannes Hügle, Tomislav Markovic) bzw. unter 07134/504-231, E-Mail: michael.baumann@lvwo.bwl.de (Michael Baumann).

Regionale Hinweise erhalten Sie von den Anrufbeantwortern der örtlich zuständigen Weinbauberater: Bereich Tauberfranken 01805 197 197 11, Bereich Kraichgau-Bergstraße 01805 197 197 15, Bereich nördliche Ortenau 01805 197 197 16, Bereich südliche Ortenau u. nördlicher Breisgau 01805 197 197 17, Bereich südlicher Breisgau 01805 197 197 18, Bereich Kaiserstuhl 01805 197 197 19, Bereich Tuniberg 01805 197 197 20, Bereich Markgräflerland 01805 197 197 21, Bereich Bodensee 01805 197 197 22 (Vorwahl 01805 - aus dem Festnetz/Telekom: 12 Cent pro Minute).

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