Newsletter-Archiv: Weinbau- und Rebschutzhinweise

 

Überregionale Hinweise zum Rebschutz vom 18.05.2017


vom: 2017-05-18 14:04:19


 Kurzinfo…

· Phänologie: Im Allgemeinen befinden sich die meisten Reben im Entwicklungsstadium BBCH 16 bzw. BBCH 53. In den ganz frühen Lagen sind die Reben etwas weiter entwickelt. Bei den frostgeschädigten Rebflächen setzte der 2. Austrieb über das vergangene Wochenende ein. Sie befinden sich derzeit im Entwicklungsstadium BBCH 09 -13.

· Rebenperonospora: Bedingungen für Primärinfektionen waren regional zwischen dem 6. - 8. und dem 13. - 15. Mai vorhanden. Bisher sind keine Ölflecken gemeldet worden.

· Oidium: Bisher wurden keine Zeigertriebe beobachtet.

· Schwarzfleckenkrankheit: In Befallslagen sind bereits Symptome der Krankheit auf einjährigem Holz erkennbar. Eine Behandlung ist nur in diesen Flächen notwendig.

· Traubenwickler: Anhaltender Flug, insbesondere vom Bekreuzten Traubenwickler.

 

Stand der Entwicklung
Die Witterung in den vergangenen zehn Tagen hat zu einem Wachstumsschub geführt. In den nicht frostgeschädigten Rebflächen liegt das phänologische Stadium zwischen dem 4- und 8-Blattstadium. Die Entwicklung der Reben ist auch wegen der Frostschäden hinsichtlich des Gebietes, der Lage und der Rebsorte sehr unterschiedlich.

 

Rebenperonospora
Die ersten Inkubationszeiten sind bereits abgelaufen. Bei stattgefunden Primärinfektionen sollten ab sofort Ölflecken zu finden sein. Die zweite Infektionswelle müsste ab Mitte nächster Woche sichtbar werden. Bitte melden Sie Ölflecken ihrem Weinbauberater oder Rebschutzwart. Aufgrund der angekündigten Regenfällen am 18. und 19. Mai, ist wieder mit Infektionen zu rechnen. Falls die letzte Applikation länger als 7 Tage her ist, sollte davor eine Behandlung mit einem vorbeugenden Präparat wie z.B. Polyram WG durchgeführt werden. Beim Einsatz des Präparates Veriphos (Wirkstoff Kaliumphosphonat) ist der Zusatz eines vorbeugenden Präparates erforderlich, da Phosphonate in erster Linie das wachsende Gewebe schützen. Die Kombination eines vorbeugenden Präparates mit Veriphos erhöht gerade in der aktuellen starken Wachstumsphase die Wirkungsdauer. Eine Alternative hierzu ist das Produkt Profiler. Der Einsatz von Profiler sollte in der Vegetationsperiode nur einmal erfolgen (Empfehlung der Fa. Bayer)! Wenn sich die Intervalle aufgrund von Niederschlägen oder anderen Ereignissen verlängern sollten und sich viel Neuzuwachs (mehr als 2 bis 3 Blätter bzw. 400 cm² Blattfläche) gebildet haben sollte, ist nach Ende der Niederschläge ein kuratives Präparat (z.B. Forum Star) empfehlenswert. Hierbei sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass Präparate aus einer Wirkstoffgruppe nicht öfter als dreimal angewendet werden. Nähere Informationen finden Sie hierzu in der Sonderbeilage: „Der Badische Winzer“ „Rebschutz 2017“. Generell muss auf eine gute Benetzung der Gescheine geachtet werden. Die örtliche Weinbauberatung gibt rechtzeitig Hinweise zur Terminierung von Pflanzenschutzmitteln für Ihre Region heraus. Bitte beachten Sie auch die Peronospora-Prognose „VitiMeteo Rebenperonospora“ des Staatlichen Weinbauinstituts (www.vitimeteo.de). Um die Verbreitung der Rebenperonospora indirekt zu unterbinden, entfernen sie bitte in nächster Zeit die Stockaustriebe!

 

Echter Mehltau (Oidium)
Eine vorbeugende Behandlung gegen Oidium sollte mit der anstehenden Behandlung gegen die Rebenperonospora kombiniert werden. Momentan ist die Anwendung von Netzschwefel 3,6 kg/ha empfehlenswert. Die letzte Applikation vor der Blüte sollte mit organischen Präparaten (z.B. Dynali) durchgeführt werden. Bitte wechseln Sie die Wirkstoffgruppen konsequent. Hierzu beachten Sie bitte unbedingt die vielfach veröffentlichte Antiresistenzstrategie 2017, die Sie entweder in der Sonderbeilage „Der Badische Winzer“ „Rebschutz 2017“ oder auf unserer Hompage finden:

http://www.wbi-bw.de/pb/site/pbs-bw-new/get/documents/MLR.LEL/PB5Documents/wbi/011%20Fachartikel/0112%20FA%20Referat%2011%20Pflanzenschutz/01121_17%20FA%202017/Faltbl%C3%A4tter%20PSM%202017/Antiresistenzstrategie-2017-Faltblatt.pdf

Bitte melden Sie den ersten Oidium-Befall ihrem Weinbauberater oder Rebschutzwart.

 

Schwarzfleckenkrankheit
Bei den anstehenden Behandlungen gegen die Rebenperonospora wird die Schwarzfleckenkrankheit miterfasst.

 

Traubenwickler
In Pheromon-behandelten Flächen ist keine Bekämpfungsmaßnahme erforderlich. Außerhalb von Pheromongebieten wurden stellenweise in den letzten Tagen höhere Fangzahlen insbesondere vom Bekreuzten Traubenwickler festgestellt. Bitte informieren sie sich im Bedarfsfall über die örtlichen Gegebenheiten bei ihrem zuständigen Rebschutzwart.

 

Bitte beachten Sie generell die Hinweise der örtlichen Weinbauberatung und die Informationen zu den Prognosemodellen und Wetterdaten unter www.vitimeteo.de.

 

Die gesamte Liste der im Weinbau zugelassenen Pflanzenschutzmittel finden Sie in der Sonderbeilage „Rebschutz 2017“, Badischer Winzer Märzausgabe oder unter:

 

Für Tafeltrauben oder wenn Keltertrauben als Tafeltrauben vermarktet werden sollen, gelten andere Zulassungsbedingungen. Bitte beachten Sie die Gebrauchsanweisungen der Pflanzenschutzmittel bzw. informieren sich, welche speziell für Tafeltrauben zugelassen sind. Siehe hierzu:

 

Informationen zum ökologischen Rebschutz erhalten Mitglieder des Beratungsdienstes Ökologischer Weinbau unter 0761/40165-989, E-Mail: boew@wbi.bwl.de (Matthias Wolff, Johannes Hügle, Tomislav Markovic) bzw. unter 07134/504-231, E-Mail: michael.baumann@lvwo.bwl.de (Michael Baumann).

Regionale Hinweise erhalten Sie von den Anrufbeantwortern der örtlich zuständigen Weinbauberater: Bereich Tauberfranken 01805 197 197 11, Bereich Kraichgau-Bergstraße 01805 197 197 15, Bereich nördliche Ortenau 01805 197 197 16, Bereich südliche Ortenau u. nördlicher Breisgau 01805 197 197 17, Bereich südlicher Breisgau 01805 197 197 18, Bereich Kaiserstuhl 01805 197 197 19, Bereich Tuniberg 01805 197 197 20, Bereich Markgräflerland 01805 197 197 21, Bereich Bodensee 01805 197 197 22 (Vorwahl 01805 - aus dem Festnetz/Telekom: 12 Cent pro Minute).

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