Newsletter-Archiv: Weinbau- und Rebschutzhinweise

 

Rebschutzhinweis Nr. 8 2017.pdf


vom: 2017-08-23 22:04:58


 

Überregionale Hinweise zum Rebschutz vom 23.08.2017

 

 

Kurzinfo…

  • Kirschessigfliege: In der überwiegenden Zahl an Proben sind keine Eier der Kirschessigfliege nachweisbar. Vorbeugende Maßnahmen weiterhin durchführen! Rebanlagen mit frühreifenden, anfälligen Sorten, besonders vorgeschädigte Flächen (Essig, Botrytis, Fraß, Aufplatzen) sorgfältig beobachten und nach Absprache mit den Vermarktungsbetrieben eventuell zeitnah ernten.

 

Informationen zur Kirschessigfliege

Populationsentwicklung

Die Fangzahlen steigen in den meisten Rebflächen nicht oder nur langsam an. In gesunden Anlagen sind auch weiterhin Kirschessigfliegen gar nicht oder nur in geringer Anzahl zu beobachten. Deutlich mehr Essigfliegen finden sich hingegen in durch Hagel, Wespen-, Vogelfraß, Oidium u.a. vorgeschädigten Anlagen. Die aktuellen Fangzahlen können über http://www.vitimeteo.de/monitoring/fallenfaenge.shtml abgerufen werden.

 

Eiablagemonitoring und Empfehlungen

Erfreulicherweise wurden wieder in der überwiegenden Zahl an Proben keine Eier der Kirschessigfliege festgestellt. Aus folgenden Rebsorten wurden am Staatlichen Weinbauinstitut Proben auf Eiablage kontrolliert: Acolon, Regent, Cabernet Carol, Cabernet Cortis, Cabernet Cantor, Dunkelfelder, Dornfelder, Grauburgunder, Monarch, Muskateller, Prior, Roter Gutedel, Solaris und Spätburgunder. Lediglich in wenigen Anlagen wurden vor allem bei den frühen Rebsorten Eier - in der Regel in geringer Zahl - gefunden. Es ist auffallend, dass es sich oftmals um Anlagen mit den oben beschriebenen Vorschäden handelt. In den Rebflächen, in denen in den vergangenen zwei Wochen bereits Eier gefunden wurden, war nur in Ausnahmefällen eine Zunahme der Eizahl zu verzeichnen. In der wichtigen Rebsorte Spätburgunder wurden bisher keine Eier gefunden. Einen aktuellen Überblick über die Eiablagebonitur des WBI erhalten Sie fortlaufend über die VitiMeteo-Homepage (http://www.vitimeteo.de/monitoring/kefeifunde.shtml).

 

Bitte beachten Sie, dass das Weinbauinstitut nur Stichproben untersuchen kann. Daher ist es unbedingt erforderlich, dass Sie Ihre Anlagen genau beobachten, insbesondere die oben genannten Rebsorten, wie Acolon, Cabernet Dorsa, Dornfelder, Dunkelfelder, Regent und Roter Gutedel. Weinberge in Randlagen und in unmittelbarer Nähe zu Beerenfrüchten sind erfahrungsgemäß stärker gefährdet. Auch in Anlagen mit Vorschädigungen, finden sich an den verletzten Beeren viel eher Essigfliegen, v.a. die heimischen Arten, aber auch Kirschessigfliegen ein. Häufig sind die Mostgewichte in diesen Flächen so hoch, dass solche Anlagen nun gelesen werden können. In einigen Gebieten hat die Traubenernte bereits begonnen.

 

Bei der Abwägung einer Behandlung mit einem Insektizid sollte in jedem Fall die Möglichkeit einer zeitnahen Lese berücksichtigt werden, insbesondere wenn viele Fäulnisherde zu finden sind. Insektizidmaßnahmen sind nur bei nachgewiesener Eiablage und verstärktem Flug von Kirschessigfliegen sinnvoll. Sollte in Einzelfällen eine Bekämpfung nötig sein, muss vor einem geplanten Insektizideinsatz unbedingt gewährleistet sein, dass die Wartezeiten eingehalten werden. Daher unbedingt Rücksprache mit dem Vermarktungsbetrieb aufnehmen! Ganz wichtig: Die unten angegebenen Hinweise zum Bienenschutz beachten.

 

Weitere Informationen, auch zu den vorbeugenden Maßnahmen und zum Erkennen der Eiablage, finden Sie in unserer Zusammenstellung „Drosophila suzukii im Weinbau – Empfehlungen 2017.

 

Sie werden mit diesen überregionalen Hinweisen zum Rebschutz zur aktuellen Situation Kirschessigfliege wöchentlich weiter informiert.

 

Bitte beachten Sie generell die Hinweise der örtlichen Weinbauberatung und die Informationen zu den Monitoringdaten unter www.vitimeteo.de.

 

Hinweise zum Bienenschutz:

Nach der Bienenschutzverordnung vom 22. Juli 1992 (BGBl. I. S.1410) dürfen Pflanzenschutzmittel mit der Einstufung B1 (Bienengefährlich) weder an blühenden Pflanzen (bspw. blühender Unterwuchs oder in der Nachbarschaft befindliche Blütenpflanzen) noch an von Bienen beflogenen nicht blühenden Pflanzen angewandt werden. Daher sind vor einem Einsatz von B1-Mitteln die blühenden Pflanzen zu mulchen. Honigtau und beschädigte Beeren in den Weinbergen sind generell als Warnsignal zu werten. Selbst wenn momentan kein Bienenflug beobachtet werden kann, besteht die Gefahr, dass dies in Kürze stattfinden kann. Die Ausbringung von B1-Mitteln sollte deshalb in diesen Fällen unterbleiben.

Weiter bitten wir zu beachten, dass in den wenigen Fällen, wo Bienenstände näher als 60 Meter zu Anlagen stehen, die mit B1-Mittel behandelt werden sollen, Rücksprache mit dem Imker zu erfolgen hat: bienengefährliche Pflanzenschutzmittel dürfen innerhalb eines Umkreises von 60 m um einen Bienenstand entweder während des täglichen Bienenfluges nur mit Zustimmung des Imkers oder außerhalb der täglichen Flugzeit eingesetzt werden.

 

Informationen zum ökologischen Rebschutz erhalten Mitglieder des Beratungsdienstes Ökologischer Weinbau unter 0761/40165-989, E-Mail: boew@wbi.bwl.de (Matthias Wolff, Johannes Hügle, Tomislav Markovic) bzw. unter 07134/504-231, E-Mail: michael.baumann@lvwo.bwl.de (Michael Baumann).

 

Regionale Hinweise erhalten Sie von den Anrufbeantwortern der örtlich zuständigen Weinbauberater: Bereich Tauberfranken 01805 197 197 11, Bereich Kraichgau-Bergstraße 01805 197 197 15, Bereich nördliche Ortenau 01805 197 197 16, Bereich südliche Ortenau u. nördlicher Breisgau 01805 197 197 17, Bereich südlicher Breisgau 01805 197 197 18, Bereich Kaiserstuhl 01805 197 197 19, Bereich Tuniberg 01805 197 197 20, Bereich Markgräflerland 01805 197 197 21, Bereich Bodensee 01805 197 197 22 (Vorwahl 01805 - aus dem Festnetz/Telekom: 12 Cent pro Minute).

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